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Schnulze

An einem Sommerabend bin ich aus Mailand nach München gekommen. Ein guter Freund von mir, Marcus,  hat mich mit seinem kleinen Auto vom Bahnhof abgeholt und in sein Haus gebracht, er wohnt in einer Wohngemeinschaft.
Nach dem Essen, dem Kennenlernen eines Mitbewohners und ein wenig Internernet-Surfen haben wir uns Gedanken gemacht, was wir mit dem angebrochenen Abend noch anfangen werden. Fürs Kino war es schon zu spät, aber einen Film wollten wir auf jeden Fall anschauen.
Also kamen wir auf die glorreiche Idee, in die örtliche Videothek zu gehen und dort einen Film auszuleihen. Gedacht,  getan. Auto wieder angeworfen und den DVD-Verleih aufgesucht. In der Vidoethek gab es viele Filmregale zu verschiedenen Themen: Komödien, Horrorfilme, Serien und die “Rosa Wand”. Wir gingen von einem zum anderen und waren uns schnell beide für einen Film einig: UP IN THE AIR. Beide haben viel gutes über ihn gehört. Auf einem Bein kann man nicht stehen, dachten wir und so packten wir noch einen zweiten Film ins Gepäck: “Ein guter Freund von mir” – mit Daniel Brühl und Jürgen Vogel.

Doch dann schlenderte ich weiter durch die Videothek und meine Blicke
fixierten die “Rosa Wand” – ein Regal mit dem Schild “Für Mädchen von 6
bis 66 Jahre”. Ich habe so lang vor dieser Wand gestanden, bis die freundliche Mitarbeiterin meinte, sie würde gerne schließen und nach Hause gehen. Moment noch dachte ich, ich werde hier sicher noch etwas finden.
Marcus riss mich mit den Worten “Alles nur Schnulzen hier” aus den Gedanken – dieses Wort kannte ich natürlich nicht. Sogleich habe die Erklärung bekommen: Ein Film, der eher von Mädels als von Jungs geliebt wird, weil er so romantisch-kitschig ist. Jungs finden den Film nur dann toll, wenn sie ihn zusammen mit einem Mädchen ansehen, nach dem Film aber gar nicht wissen, worum es ging, weil ihre Gedanken sowieso woanders waren.
Die “Rosa Wand” in der Videothek zum Beispiel – alles Schnulzen!

Ein Blick in den Duden verrät, dass das Wort von “schnulle” (= lieb, nett,
süß) stammt!
Also Jungs, könntet ihr so schnulle sein und mit uns, Mädchen, eine Schnulze an einem Abend schauen?

Man könnte denken, dass im Wort „Sehnsucht“ die Wörter „Sehen“ und „Suchen“ stecken. Was sucht man so sehnsüchtig? Alles Mögliche. Man kann nach guter Arbeit, neuem Auto, freundlichen Menschen, Frieden, Nähe, Distanz u.s.w. suchen.

Eine Sucht ist aber etwas anderes als einfach eine Suche.Es ist eine Abhängigkeit von etwas. Dabei ist es schwierig sich von dem Gegenstand der Sucht zu trennen. Man kann süchtig sein nach Schokolade, Zigaretten, dem Kauf von neuen Sachen, Arbeit, Computer, neuer Information über Prominente, ständigem Kaffeetrinken, neue Leute kennenzulernen, Skandalen auslöschen vom Flugzeug springen, sich alle 5 Minuten die Hände zu waschen und bis ohne Popkorn einen Kinosaal nicht betreten.

Das Wort „Sehnsucht“ hat eher negative Bedeutung, aber wenn ich in romantischer Laune bin, verstehe ich mir das Wort gern so, dass es um eine Sucht geht, jemanden zu sehen, ein Verlangen mit jemanden zusammen zu sein.

Es ist vielleicht einfacher und schmerzloser ohne Abhängigkeit von jemandem zu leben aber mit ist manchmal viel schöner.

Das Wort klingt nach einem Gegenstand, zum Beispiel nach einem Nussbrecher, der aber aus komischen Gründen für die Zunge verwendet wird.

Wenn wir mit der biologischen Seite anfangen, werden wir schnell feststellen, dass eine Zunge nicht etwas ist, was man irgendwie brechen kann. Versucht es selbst. Keine Angst. Ihre Zunge ist weich (hoffe ich) und kann nicht brechen.

Man könnte die Zunge “brechen“, wenn man etwas sehr Hartes isst. Man könnte vielleicht sagen: „An dem Fleisch von gestern kann man sich ja die Zunge brechen“. Oder wenn jemand zu viel spricht, nennt man denjenigen einen Zungenbrecher. Und umgekehrt. Wenn ein Mensch nicht gern spricht, könnte man über ihn sagen: „Bei dem besteht keine Gefahr, dass er sich die Zunge bricht“.

 Ein Zungenbrecher könnte ruhig in einem Zirkus arbeiten und Tricks mit der Zunge vorführen.

Aber eigentlich bedeutet das Wort „Zungenbrecher“ eine Kombination von Worten, die selbst Muttersprachlern Schwierigkeiten bei Aussprechen bereitet. Sie existieren in jeder Sprache und sind gut für ein Aussprachetraining.

 Kennt ihr so diese Phrase: Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid?

Rücksicht ist auch eines der Wörter, deren Bedeutung man nicht aus dem Wort her klar entnehmen kann. Wenn “Rück” ist ein Teil von Rücken ist und eine Sicht, eine Perspektive darstellt, kann man sich vorstellen, dass es sich bei dem Wort “Rücksicht” um eine Respektive handelt, die man nicht sehen kann, weil sie zu uns mit dem Rücken steht. Oder diese Perspektive ist verloren gegangen und nicht mehr erreichbar, weil sie sich hinter uns befindet. Diese Perspektive kann aber auch immer wieder oder einfach wieder zu uns zuRückkehren.(So eine hartnäckige Perspektive).

 

Wenn wir aber eine Sicht als eine Möglichkeit etwas zu sehen betrachten, kann man über Menschen, die sehr empfindlich sind, sagen, dass sie auch mit Rücken sehen können, haben eine „Rücksicht“.

 

Eine Sicht kann man auch wie eine Meinung verstehen und eine Rücksicht wird dann eine Gegenmeinung, also eine Meinung, die vollkommen das Gegenteil einer anderen ausdrückt.

 

Das Wort “Rücksicht” hat aber in der Wirklichkeit eine sehr schöne Bedeutung und zwar die Achtung auf die Gefühle und Wünsche anderer Menschen. Das heißt, nicht nur das machen, was man möchte, sondern auch an anderen denken, sie respektieren, sie in Sicht behalten.

Denkzettel.

Nicht so leicht wie es aussieht.

Was denken Sie, was ein Denkzettel ist? Ein Zettel, auf den man schreibt, was man nicht vergessen darf oder möchte. (Zum Beispiel: Ich sollte mir Schuhe kaufen, weil die Tauben immer in meine Zehe picken wollen).
Falsch.
Ist es vielleicht ein Zettel, der mitdenkt und eine Ordnung in den Gedanken schafft.( Heute gehe ich um 22 Uhr ins Bett. Ah, so es ist schon 23. Dann um 24. Nein, erstmal schau ich noch einen Fußballspiel. Und danach..)

Falsch.

Ein Zettel, den sich Verliebten schreiben, so dass sie während des Tages an einander denken.( Ich sehe den Himmel und denke an dich, Ich sehe ..)

Ganz falsch.

Das Wort hatte irgendwann schon etwas mit einem Zettel zu tun aber jetzt nicht mehr.
Wir könnten nur darüber staunen, dass das unschuldige Wort eine unattraktive Bedeutung hat. Es bedeutet nämlich eine Strafe oder unangenehme Erfahrung, die eine Person zum Nachdenken bringen soll, so dass sie ein bestimmtes Verhalten nie wieder zeigt.

Es bleibt nur die Hoffnung so selten wie möglich einen Denkzettel zu bekommen.

Alles kann behilflich beim Lernen sein. Aber ein Stuhl? Was kann man von einem Stuhl lernen? Mehr als man zunächst einmal vermuten würde. Ein Stuhl kann einem wichtige Eigenschaften beibringen wie Ruhe, Geduld, Fleiß, sogar besser als ein normaler Lehrer. Man braucht nur sitzen und das machen, was man machen muss oder soll, wie lesen, schreiben, hören und sprechen, um etwas zu lernen.

 Das Wort “Lehrstuhl“ ist eigentlich eine Übersetzung aus dem Griechischen. Ursprünglich bedeutete es einen Stuhl in einem Klassraum einer Universität, der höher war als die anderen. Es war selbstverständlich ein Stuhl für einen Lehrer, womöglich war er auf die hohe Stellung des Lehrers zurückzuführen sowie den Respekt, der einem Lehrer damals erwiesen wurde und vielleicht auch deswegen, weil ein Lehrer auf so einem Stuhl für die Studenten besser zu sehen war und konnte selbst Studenten und Studentinnen besser sehen.

Zurzeit bezeichnet das Wort, unter anderem, die Position eines Professors an einer Universität.

Der Flohmarkt war schon in alten Zeiten bekannt. Warum „Markt“ ist ja klar. Schon immer wollte man etwas los werden, sich etwas kaufen oder austauschen. Aber warum „Floh“…? Ein Floh ist ein Tier, also geht es um einen Tiermarkt. Dort konnte man nicht nur gewöhnliche Haustiere wie Kühe, sondern auch exotische Tiere kaufen. Allerdings exotisch sind sie für uns heute. Aber früher vielleicht waren Flöhe keine exotischen Haustiere, sondern sehr populär. Das beweist auch die Tatsache, dass sie dem Markt seinen Namen gegeben haben. Was ist so interessantes am Floh?

Erstens, als Menschen in nicht sehr sauberen Bedingungen lebten, konnten sie sich vielleicht ihr Leben ohne Flöhe gar nicht vorstellen. Die Flöhe bevorzugen den Mensch vor dem Tier.

Außerdem sind sie Blutsauger und konnten früher vielleicht auch  zu den medizinischen Tieren zählen.

Seit dem 18. Jahrhundert gab es sogar den Flohzirkus! Die Flöhe bewegten zum Beispiel kleine Kutschen und Karussells. Auch das Flohrennen war einmal eine sehr lustige Unterhaltung.

Wer weiß, womöglich war man sogar in der Lage von Flöhen Milch und Fell zu bekommen.

Heute ist uns nur das Wort „Flohmarkt“ zur Erinnerung an alte, unhygienische Zeiten geblieben.

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